Salzburger Land

Temporär versus permanent | SUPPENGAU

Die Arbeit der Lungauer Kulturvereinigung LKV richtet sich seit 50 Jahren an den kulturellen und künstlerischen Hunger der Menschen im Lungau. Dauerhaft. Permanent. Sie ist seit fast 50 Jahren der Grundversorger mit zeitgenössischer Kunst (contemporary Art) im Lungau. Forciert Kunst im Lungau ebenso wie die regionalen künstlerischen Bildungseinrichtungen (Musikschule) und andere künstlerische Initiativen (Blasmusiken, Lungau Big Band, etc.) 

Das Projekt Supergau bringt eine Gruppe internationaler Künstler*innen zum Erarbeiten ihrer ausgewählten Projekte einige Wochen in den Lungau. Sie stellen ihre Ideen im Lungau vor, arbeiten auf Augenhöhe mit Menschen aus der Region. Für kurze Zeit. Temporär. 

Unser Projekt Suppengau ist eine Spiegelung der Projektidee Supergau. 

Es versorgt temporär die Interessierten und Künstler*innen während des Festivals mit Suppen aus dem Lungau (und Syrien, Kosovo, Ukraine). Temporäre Suppe von Menschen, die permanent im Lungau wohnen. Temporär versus permanent. 

Die Lungauer Kulturvereinigung LKV arbeitet eng mit Menschen aus Krisenregionen zusammen, hat einen Verein zur Unterstützung von geflüchteten Menschen gegründet, stellt das Kulturzentrum die künstlerei regelmäßig für Sozialinitiativen zur Verfügung und forciert stark die Eingliederung von geflüchteten Menschen in der Region. 

Die Lungauer Kulturvereinigung LKV wurde österreichweit mehrfach ausgezeichnet für die Abhaltung von umweltbewussten und nachhaltig organisierten Kunst- und Kulturveranstaltungen. Die Suppen werden ausschließlich aus regionalen, biologischen Zutaten hergestellt. Die Herstellung der Suppen ist ein kommunikatives, inklusives Experiment ebenso wie die Auslieferung und die Verkostung derselben. 

Der Diskurs temporär versus permanent begleitet die LKV seit Anfang an: Die Mühen um entsprechende finanzielle Unterstützung für Kunstinitiativen im ländlichen Raum, der Jahrzehnte lange Aufbau professioneller Strukturen, ob Kulturhaus oder „Fair Pay“ Bezahlung, die Situation des „Propheten, der nichts gilt im eigenen Land“. 

Wir bleiben Verfechter von zeitgenössischer Kunst auf Augenhöhe mit den Menschen in der Region Lungau. Wir stillen weiterhin den (wie immer gearteten) Hunger von vielen Menschen im Lungau! Auch beim Festival Supergau. Schon lange Zeit vor diesem Festival und hoffentlich auch noch lange danach. Permanent. Dauerhaft. 

Für die LKV 

Robert Wimmer
Obmann 

 


 (Bilder © LKV Krissi)

 

Weitere Beiträge

Maria Kanzler und Fabian Ritzi – Belvedere Flachgau

Kanzler Ritzi ist keine politische Berufsbezeichnung, sondern ein 90er-Jahre-Duo von Gestaltungsschaffenden, die zwischen Design, Architektur und Kunst oszillieren und erstmalig zusammenarbeiten.

Clemens Mairhofer – Tribunal

Unsere komplette Zivilisation ist abhängig von Strom. Ein Stromausfall größeren Ausmaßes
würde uns sofort zurück in die Steinzeit katapultieren, da ist es einfach finster, wortwörtlich.

Anna Pech & Moritz Matschke – Das Gelbe vom Gau

Moritz Matschke: Für mich stellt der Flachgau das Klischee eines Idylls dar. Das Panorama ist stimmig, die Landschaft kultiviert und bisherige Begegnungen waren durchaus freundlich – mit ein paar wenigen Ausnahmen.  

Zum Supergau Festival