Supergau – Festival für zeitgenössische Künste
Supergau versteht die „Gaue“, die fünf Verwaltungsbezirke im Bundesland Salzburg, nicht als geographische Einheiten, sondern als Kulturraum im weiteren Sinne. Die im Rahmen des Festivals umgesetzten Kunstprojekte entstehen aus der Region heraus und entfalten ihre Wirkung bestenfalls weit darüber hinaus. „Dass dieses Festival bewusst im ländlichen Raum stattfindet, verstehen wir als klare kulturpolitische Setzung: Zeitgenössische Kunst gehört nicht nur ins Zentrum, sondern überall dorthin, wo sie gefragt, gebraucht oder vielleicht noch gar nicht erwartet wird“. So wird Kunstpraxis zur Impulsgeberin für kulturelle Entwicklung im ländlichen Raum.
„Wir laden die Menschen der Region ein, sich uns anzuschließen“, ruft Haiko Pfost, künstlerischer Leiter der Festivals 2027 im Tennengau und 2029 im Pongau, zur Mitwirkung auf. „Unser Verständnis von Gastgeber:innenschaft geht über Organisation hinaus: Es bedeutet, gemeinsame Räume zu erschließen, Vertrauen aufzubauen, Menschen willkommen zu heißen, ohne sie vereinnahmen zu wollen. Künstler:innen, lokale Partner:innen und Publikum sollen sich bei Supergau gesehen, ernst genommen und eingeladen fühlen.“
Vernetzungs- und Produktionsplattform für die Region
Diese aktive Mitgestaltung macht Supergau zur Vernetzungs- und Produktionsplattform, die neue Kooperationformen im ländlichen Raum entwickelt und die Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst jenseits urbaner Zentren stärkt.
Supergau versteht sich als Raum für Dialog und Vermittlung: Die intensive Zusammenarbeit mit regionalen Partner:innen festigt bestehende Strukturen und ermöglicht neue Netzwerke. Sie initiiert Projekte, die über das Festival hinaus Bestand haben und in der Alltagskultur der Gegend verankert bleiben. Diese Form der Kooperation im ländlichen Kontext wird so zu einer zukunftsweisenden künstlerischen Praxis im Kontext globaler Fragestellungen.
Open Call im Frühjahr und Residenz im Herbst
Eine ortsspezifischer Ausschreibung im Frühjahr lädt regionale, nationale und internationale Künstler:innen ein, sich sich mit Projekten mit den gesellschaftlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten der Region auseinanderzusetzen. Im Rahmen einer Residenz im September 2026 im Tennengau entdecken die ausgewählten Künstler:innen die Gegend und treten in Austausch mit lokalen Partner:innen, Bewohner:innen und Akteur:innen.
„Dafür suchen wir Gastgeber:innen und Mitwirkende aus dem Tennengau: Menschen, die Interesse haben, ihr Wissen teilen möchten, handwerklich arbeiten, Orte zur Verfügung stellen oder einfach neugierig sind und Lust auf Austausch haben“, lädt Thomas Hörl, zuständig für regionale Vernetzung, Vermittlung und Kuration, ein.
Vermittlungsarbeit für Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene
Ein besonderer Schwerpunkt des Festivalprogramms 2027 und 2029 liegt auf der künstlerischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Kooperation mit Bildungseinrichtungen, Jugendzentren und Initiativen eröffnet Supergau jungen Menschen zeitgemäße Zugänge zur Kunst – von partizipativen Formaten bis hin zu popkulturellen und digitalen Ansätzen. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Selbstermächtigung, kulturelle Bildung und nachhaltige Anbindung. Gerade im ländlichen Raum sollen neue Erfahrungsräume entstehen, in denen junge Menschen ihre Perspektiven einbringen und aktiv mitgestalten können.